Gottesdienst bei Reh und Hase

Schon länger gab es den Gedanken, einmal einen Gottesdienst im waldreichen Gebiet bei Rothenkirchen durchzuführen. Beim gemeinsamen Fest der Gemeinden Stützengrün und Rothenkirchen wurde diese Idee verwirklicht.

Nach einiger Vorbereitung und vielen Gebeten war es nun am 22. August 2010 endlich soweit, die Gemeinden Rothenkirchen und Stützengrün erlebten ihren ersten Gottesdienst in freier Natur – einen Waldgottesdienst.

Der Sonntag ging schon gut los. Als ich aufwachte, schien die Sonne nicht nur in meinem Herzen. Der liebe Gott hatte es mit uns gut gemeint und ließ die Sonne auch am Himmel strahlen. Deshalb ging es schnell in den Wald, wo schon die ersten Geschwister auf der Wiese eintrafen. Noch war nicht alles vorbereitet, die letzten Sitzgelegenheiten wurden aufgebaut und eine kleine Heimorgel hingestellt. Zwar gibt es im Wald keine Steckdose für den elektrischen Strom, aber irgendwie funktionierte es doch.

Pünktlich 10:30 Uhr ging es dann los. Bezirksevangelist Dietmar Löffler begann den Gottesdienst mit dem Textwort "Die [Prophetin Hanna] wich nicht vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht." (Lukas 2; aus 37). Es ist schon etwas Besonderes, so ein Gottesdienst im Freien und unser Bezirksevangelist hatte das sicher auch so empfunden. Ihm zuzuhören war einfach wunderbar. Einige Wanderer und Radfahrer, die den Weg kreuzten, nutzten die Gelegenheit, setzten sich hin und hörten ebenfalls zu. Das fand ich sehr schön. Auch die beiden Vorsteher, Priester Bernd Dietrich und Evangelist Michael Schmidt dienten mit und machten den Gottesdienst zu einem rundum schönen Erleben. Dazu gehörten natürlich auch das gemeinsame Singen und die Vorträge des Chores unter Leitung von Diane Schlesinger. Die Jugendlichen hatten den passenden äußeren Rahmen geschaffen und ein Kreuz aus Birkenstämmen aufgestellt. Zudem sorgten sie auch für einen schönen Altarschmuck, passend zum Wetter, aus strahlend gelben Sonnenblumen.

Nachdem der Gottesdienst zu Ende war, ging das Beisammensein noch weiter. Nun wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt. Zwar gab es nicht - wie sonst sonntags - Rouladen und Klöße. Doch was die Gulaschkanone zu bieten hatte, schmeckte allen auch ganz lecker. Dabei konnte man sich miteinander ganz zwanglos unterhalten. Das nutzten alle auch rege und freuten sich über die gemeinsame Zeit. Klar, dass auch dieser schöne Tag einmal zu Ende ging. Aber sicherlich werde ich dieses Erleben nicht so schnell vergessen. Und dafür bin ich allen, die dazu beigetragen haben, sehr dankbar. Es war wirklich wunderbar. Vielleicht können wir das ja im nächsten Jahr wiederholen.

Ach ja, Reh und Hase haben sich beim Gottesdienst nicht sehen lassen. Aber ich bin mir sicher, dass sie uns, ganz versteckt aus dem Wald heraus, beobachtet haben.

Text: Ch. B. Bilder: D. S. und M. G.