Krone der Schöpfung

Auerbach/Vogtland. Erntedank gehört zu den ältesten, religiösen Festen in der Kirchengeschichte. Es ist ein Fest, dass die Verbindung des Menschen zu Gottes Schöpfung zum Ausdruck bringt. Dass Erntedank mehr ist als die Dankbarkeit für eine gute Ernte, zeigte der Gottesdienst am Sonntag, den 4. Oktober 2026 in der Gemeinde Auerbach.

Der diesjährige Erntedank-Gottesdienst stand unter dem Bibelwort Psalm 19,2: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.“

Hirte Uwe Herrmann, der Gemeindevorsteher und Dienstleiter, beleuchtete zunächst, das Dank sagen nicht nur auf den einen, besonderen Tag im Jahr beschränkt werden sollte. Ja, die Alltagssorgen überlagern oft unsere Dankbarkeit. … Unruhe, Unsicherheit und Umbrüche – im Persönlichen und im Gesellschaftlichen. Dennoch haben wir jeden Tag Grund zu danken.

Dankbar sein - wofür?

Wir können Gott nicht erfahren bzw. begreifen. Die Dimensionen und die Präzision seiner Schöpfung sind für uns nicht fassbar. Doch es gibt vieles um uns herum, was ein Teil davon ist. Wir leben darin – Tag für Tag.

Neben den natürlichen Gaben, die geerntet werden, sind wir dankbar für Gesundheit, Familie, wohltuende Momente, Frieden, Gemeinschaft, Begabungen, Berufungen u.v.m.

Doch unsere Dankbarkeit sollte eigentlich bei dem Schöpfer aller Dinge beginnen.
Das heißt, danke für:

  • Gott, unseren himmlischen Vater.
  • Jesus, der für uns den Weg zu Gott frei gemacht hat.
  • den Heiligen Geist, der die Verbindung zu Gott ist und hält.
  • das Heilige Abendmahl, bei dem wir Gemeinschaft mit Gott und seinem Sohn haben dürfen.
  • die Heilige Versiegelung, durch die wir zu Gottes Kindern wurden
  • Seelsorger/innen, die uns auf unserem Glaubens- und Lebensweg begleiten.

Welchen Beitrag leiste ich?

Gott gab die Zusage, dass Saat und Ernte bis zum Ende der Erde fortwähren. Doch was kann ein jeder von uns dazu beitragen?

  • Genieße die Vielfalt. Denn Gottes Schöpfung war, ist und bleibt vollkommen.
  • Genieße mit Bedacht.
  • Genieße maßvoll.
  • Fördere Achtsamkeit mit dir selbst und im Umgang mit anderen.
  • Sei ein aktiver Teil der Gemeinschaft.
  • Sei für andere da – sowohl im Natürlichen als auch im Geistlichen.
  • Nimm den Moment wahr, halte inne und schau, wofür du dankbar sein kannst.
  • Gehe Schritt für Schritt und öffne deine Sinne.
  • Sei zufrieden.
  • Stoße dich nicht an Regeln, Geboten und Gesetzen. Sie sind die Leitplanken in unserem Leben.
  • Betrachte nichts als selbstverständlich.

Die Krone der Schöpfung

In diesem Gottesdienst brachten Eltern ihre Säuglinge an den Altar, damit sie das Sakrament der Heiligen Wassertaufe empfangen. Auf diese Weise schließt Gott einen besonderen Bund mit der Krone seiner Schöpfung. Die Eltern ermöglichen ihren Kindern, dass sie ihren Weg mit Gott beginnen können.
In seiner Ansprache zur Segenshandlung ließ Hirte Uwe Herrmann die Bedeutung der Vornamen beider Täuflinge verlauten: Nelly heißt übersetzt „die Strahlende, die Barmherzige“ und Mattes „Geschenk Gottes“. … welch intuitive Namenswahl.

Nach diesem besonderen Erntedank-Gottesdienst lud ein Brunch zum Verweilen ein.


Fazit:

Wir brauchen nicht erst ein konkretes Datum im Kalender als Stoppschild, um bewusst DANKE zu sagen. Bauen wir unsere Dankesmomente in unseren Alltag mit ein. Wir werden bemerken, dass Dankbarkeit als tägliche Lebenshaltung unseren Blick auf das, was wir haben und was bzw. wer uns umgibt, (ver)ändert. und unsere Wertschätzung zunimmt.